Rheingau. Das Land Hessen wird sich auch an der Bundesgartenschau (BUGA) im Welterbe „Oberes Mittelrheintal“ beteiligen, wenn diese nicht wie ursprünglich geplant 2031, sondern bereits 2029 stattfinden wird. Dies hat Ministerpräsident Volker Bouffier der Landtagsabgeordneten Petra Müller-Klepper in einem Gespräch mitgeteilt. „Die zugesagte, außergewöhnliche Unterstützung gibt es auch in vollem Umfang, wenn die Veranstaltung um zwei Jahre vorgezogen wird“, freut sich die CDU-Politikerin. Sie hatte sich beim Regierungschef dafür eingesetzt, die Unterstützung auch für diesen Fall zuzusichern.

„Die Landesregierung hat sich mit der Frage beschäftigt, ein klares Ja gesagt und die erforderliche Grundlage geschaffen. Es ist erneut eine Kabinettsentscheidung erfolgt und damit der Beschluss vom Februar 2018 um die Option 2029 ergänzt worden. Das Votum lautet, dass das Land sich alternativ an einer gegebenenfalls auf 2029 vorgezogenen Bundesgartenschau im Welterbe Oberes Mittelrheintal in gleicher Weise beteiligen wird“, teilte die CDU-Politikerin mit. Dies gelte für die Mittel in Höhe von 6,3 Millionen Euro, die das Land für die Veranstaltung einbringen wolle.

Zugleich sei beschlossen worden, dass auch im Falle eines Vorziehens der BUGA auf 2029 die beteiligten Städte Rüdesheim und Lorch sowie der Rheingau-Taunus-Kreis bei der Vergabe von anderen Fördermitteln des Landes, die von ihnen für Projekte im Zusammenhang mit der BUGA beantragt werden, priorisiert würden. „Dies ist eine gezielte Hilfestellung für die Kommunen, um die Wirkung der BUGA aktiv zu unterstützen. Das Land nimmt somit eine doppelte Schwerpunktsetzung bei der Strukturförderung vor.“

Die Abgeordnete dankte Ministerpräsident Volker Bouffier für das erneute Bekenntnis zur Region. Mit der erweiterten Grundsatzentscheidung mache das Land ähnlich wie bei dem Ja zur Landesgartenschau in Bad Schwalbach eine Jahrhundertveranstaltung in der Region möglich, die nicht nur ein Ereignis, sondern auch zugleich eine Zukunftsinvestition sei. „Das wird einen Schub in der Regionalentwicklung auslösen, das Mittelrheintal in Bewegung setzen und dem Welterbegebiet erneut Aufschwung verleihen.“ Gerade für den unteren Rheingau, der unter Strukturproblemen leide, sei dies von Bedeutung. Darüber hinaus werde von der Strahlkraft der BUGA die gesamte Region profitieren. „Ziel ist die nachhaltige Modernisierung und Aufwertung, die den Menschen zugutekommt.“

Weil München für die BUGA 2029 abgesprungen war, hatte die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft dieses Datum dem Oberen Mittelrheintal angeboten. Die Entscheidung will die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal Mitte Oktober treffen.

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